different

Ich habe das Gefühl ich habe mich das letzte halbe Jahr über verändert. Ich bin noch dieselbe Person, natürlich. Ich verhalte mich noch genauso, kleide und spreche noch genauso. Aber ich habe auch das Gefühl dass ich mehr will. Ich will mit diesem Blog mehr erreichen. Ein paar Outfits zu präsentieren und mich wie ein Püppchen auf irgendwelchen Fotos zu platzieren reicht mir nicht mehr. Ich möchte schreiben, meine Meinung mitteilen, zu Themen die vielleicht schwieriger, vielleicht komplizierter sind als die Farbkombination von rot und blau.

Die letzten Monate ist mir aufgefallen was mir an diesem Blog gefehlt hat, was mich ein Stück weit auch gestört hat. Es waren die Texte, die ich nicht mehr seit einem bestimmten Zeitpunkt schrieb, weil ich immer unsicherer wurde. Manche Texte sind fiktional und Hundertprozent erfunden, manche sind wahr, manche besitzen nur einen Funken Wahrheit, manche beziehen sich nicht auf mich sondern eine dritte Person. Aber trotzdem hatte ich immer das Gefühl alles über was ich schrieb wurde mit mir assoziiert. Aber ein kritischer Text über Freundschaft bedeutet nicht, dass ich Streit mit meinen Freunden habe. Ein kritischer Text über Lügen bedeutet nicht, dass ich belogen wurde.

Ich mache auch niemandem einen Vorwurf außer mir selbst. Die Person, die man am häufigsten auf diesem Blog sieht bin nun mal ich. Es macht Sinn zu denken, dass mich diese Gedanken, die ich in meinen Texten verarbeitet habe irgendwie persönlich betreffen. Doch wirklich ist es so, dass ich einer dieser Menschen bin die zu viel denken. Die nächstlang wachliegen können und nur ihren Gedanken nachhängen. Ich denke mir Sachen aus, liebe es mir Geschichten und Situationen auszumalen und sie aufzuschreiben. Und dass ich diese Geschichten, Texte und Gedanken teile macht sie nicht weniger fiktional.

Deshalb ist der Vorwurf den ich mir mache, dass es mir nicht egal war. Es hätte mir die letzten Monate über egal sein müssen, ob jeder diese Texte mit mir assoziiert oder nicht. Ich habe zu viel nachgedacht. Habe überlegt wer diese Texte lesen könnte, wer was von diesen Texten halten könnte. Deshalb habe ich aufgehört zu schreiben. Habe lediglich die Outfits beschrieben. Ein paar Worte über die Schuhe, die Handtasche verloren. Vielleicht mal erwähnt dass es kalt war als wir die Fotos machte, vielleicht mal erwähnt, dass Passanten dumm geglotzt haben. Aber es war nichts anderes als oberflächlich. Ich war darauf bedacht niemandem eine Angriffsfläche zu bieten – und das war falsch. Ich will nicht die sein, die zuhause sitzt und Texte schreibt, dabei aber Angst hat jemand könnte sie mit dem lyrischen Ich dieser Texte in Verbindung bringen. Und die werde ich auch nicht sein.

Warum mir das jetzt erst auffällt? Ich weiß es nicht. Vielleicht weil ich die letzten Wochen mehr Zeit hatte mich dem Schreiben zu widmen, erkannt habe was ich vermisst habe und gemerkt habe, dass nicht ohne Grund so wenig Posts kamen.

Ich habe die Fotos. Allein aus dem letzten Urlaub habe ich noch genug fertig bearbeitete Fotos, die ich sofort hochladen könnte – wenn ich Texte dazu hätte. Aber es kostet mich Überwindung diese oberflächlichen Worte zu verlieren, von denen mir erst jetzt bewusst wurde wie oberflächlich sie eigentlich sind und wie wenig es mir Spaß macht diese Sätze zu verlieren.

Ich werde weiter über Mode bloggen, die Fotos von den Outfits werde ich weiterhin teilen nur die Texte werden anders sein. Sie werden sich nicht ausschließlich mit dem Outfit befassen, sie werden das widerspiegeln was ich erlebe oder mir ausdenke. Und ob das was ich erzähle nun mir passiert ist oder nicht, dass sei erst mal dahingestellt.

Warum ich dafür extra einen Post schreiben muss? Ich habe keine Ahnung. Vermutlich weil ich mir Sachen besser eingestehen kann wenn ich darüber schreibe, weil ich ehrlich sein will warum weniger Artikel online kamen.

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I feel like I’ve changed over the past few months. Of course, I still am the same person as before. I don’t behave different, I don’t dress different and I don’t talk different. But I feel like I want more. I want this blog to be more than just the presentation of some outfits. I want to do more than arrange myself in these photos. It’s not enough anymore. I want to write, talk about my opinions. I want to cover topics more difficult than the colour combination of red and blue.

The past months I realized what I’ve been missing on the blog, what bothered me. It’s the texts, I don’t write anymore. I stopped writing them because I turned more doubtful about it. Some texts are fictional and some are true, some are kind of true and some refer to somebody else. But I always felt like everything I wrote was associated with me. But a critical text about friendship doesn’t mean that I have a fight with my friends. A critical text about lying doesn’t mean that somebody lied to me.

I don’t blame anyone but myself. The person you see the most often on this blog is me. So it makes sense that these are my personal thoughts and experiences I’m processing with this blog. Which is true for some texts – but not for all. Differant for every text. The truth is that I’m one of those human beings who think too much. I can lay in bed all night thinking about everything and nothing. I create different stories, invent situations, conversations – and I write them down. And because I share those stories, texts and thoughts they don’t turn less fictional.

And the only person I blame is me, because I cared too much. It should have been all the same to me. I shouldn’t have cared if someone thinks I’m talking about personal experience. I thought too much. Who might be reading all of this, who might judge me on all of this. That is why I stopped sharing texts. I described the outfits, talked about shoes and handbags. Maybe I sometimes mentioned that it was cold when we shoot the outfit, maybe I mentioned that passersby have given me strange looks. But it was superficial. I was afraid to give anyone an opportunity to attack me – which was completely wrong. I don’t want to be the kind of girl that sits at home and is afraid to publish what she’s writing because people might be judging. And I am not going to be that girl anymore.

Why I realized this now? I don’t know. Maybe because I have a lot of time to write the past weeks, saw what I’ve been missing and realized that this might be the reason I post so rarely.

I have the photos. From my last trip to Italy I have enough already edited photos which I could publish immediately – but the texts are missing. And I always have to force myself to write a few lines about the outfits and the photos – because there’s nothing deep, nothing personal about this lines. It’s like smalltalk.

I will continue to blog about fashion, I will share the same kind of photos and outfits. Nothing will be different about that. But the texts will be different. They won’t refer to only the outfit, they will portrait what I’m experiencing or imagining. And what’s real and what’s not doesn’t matter.

The only question that stays is why I have to write a special posts about this? I have no idea. Maybe because I believe my own words more when I write them down, because I wanted to be honest about the reason why I didn’t post that much.

And also I know that my texts are better in german than in English. Sorry about that, but I’ll try to improve.  

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11 Responses
  • Rica
    August 2, 2016

    Ich kann dich total verstehen! Veröffentliche lieber ein paar wenige Posts, in denen all dein Herzblut steckt, als viele, in denen du dich selbst gar nicht verwirklichen kannst. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Beiträge :)

    Liebe Grüße ♥
    Rica von iivory beauty

  • Tina
    August 3, 2016

    schöner Post, ich bin gespannt was dann noch kommt… :)

    Liebe Grüße,
    Tina.

    • Alina
      August 24, 2016

      Danke, dass freut mich ♥

  • Vici
    August 4, 2016

    Der Post klingt sehr aufrichtig & das finde ich toll!
    ich ertappe mich selbst oft genug dabei, darüber nachzudenken, was andere jetzt über diesen Post oder jenen Absatz denken, aber dann sage ich mir, das ist allein mein Blog, also kann ich hier auch schreiben, was mir gerade durch den Kopf geht. Wer das dann falsch versteht, hat halt Pech gehabt.
    Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wieder mal Texte von dir hier zu lesen, denn die, die du früher veröffentlicht hast, haben mir gut gefallen. Wenn es dir hilft, kannst du fiktionale Texte ja als solche kennzeichnen. ;)
    xx, Vici

  • diana
    August 4, 2016

    So wunderschoen

    http://www.queenhorsfall.com/

    • Alina
      August 24, 2016

      Danke, Diana ♥

  • Katharina
    August 9, 2016

    Oh, das finde ich toll! Und ich kann dich gut verstehen. Ich freue mich schon auf diese Posts!
    Katharina ktinka.com

  • Dorina
    August 10, 2016

    Ich habe lange überlegt, bevor ich meinen ersten persönlichen Post veröffentlicht habe. Ich wollte mich nicht angreifbar machen, denn immer wenn man in irgendeiner Weise etwas sehr subjektives schreibt, kann es sein, dass es andere Meinungen gibt. Das hat mich immer abgehalten, aber inzwischen habe ich gemerkt, dass es mich nicht mehr erfreut nur zu beschreiben was ich trage. Ich wollte auch intensivere Texte schreiben, den Austausch fördern und vor allem auch meine eigenen Gedanken zu manchen Themen ordnen. Das Schreiben hilft mir dabei und inzwischen habe ich eine gute Mischung aus „oberflächlichen“ Texten und intensiveren Texten gefunden, denn letztere lassen sich nicht jeden Tag oder mal eben so runterschreiben. Ich brauche dafür eine gewisse Stimmung.

    Liebste Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar bei mir. :)
    Dorina // Adeline und Gustav

    • Alina
      August 24, 2016

      Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ich habe eben genau dieselben Bedenken wie du gehabt, was mich viel zu sehr verunsichert hat. Es klingt wirklich toll, wie du einen Weg gefunden hast tiefgründigere Texte zu integrieren. Und ich gebe dir total Recht: Man braucht wirklich eine bestimmte Stimmung um solche Texte verfassen zu können :)

  • Birte
    August 25, 2016

    Liebe Alina,

    Meine vollste Bewunderung für deinen Mut. Ich bin nach wie vor vorsichtig mit zu intimen Texten oder Bildern, wobei ich diese selbst immer sehr interessant finde bei Anderen. Aber ich merke, wie ich nach und nach offener werde und ich denke, das ist ja auch das Spannende am Bloggen: der Austausch über bestimmte Themen mit Anderen. Dein Post ist so berührend geschrieben, echt toll.

    Alles Liebe und einen schönen Abend,
    Birte
    http://show-me-your-closet.de/

    • Alina
      August 28, 2016

      Vielen Dank für dein Feedback! Ja, bei Bildern bin ich auch nochmal um einiges vorsichtiger und auch bei Texten wie diesem muss ich mich immer erst übrwinden bevor ich auf „veröffentlichen“ klicke.
      Es freut mich unglaublich, dass die mein Text gefallen hat. Ich hoffe, die folgenden magst du genauso gerne :)

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