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Ü

bereilt – auch wenn ich alle Zeit der Welt hätte – reiße ich ein langes Stück Klebeband ab, klebe es quer über den Karton. Es hält nicht. Nach weiteren drei Streifen Klebeband ist der Karton verschlossen. Seufzend lasse ich mich zurück auf den Boden sinken und streiche mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich aus meinem Pferdeschwanz gelöst haben muss. Auch wenn die Kiste schwer und gut gefüllt ist, lässt sie sich leicht in die Ecke schieben, wo die anderen Kisten stehen. Kisten, die ich vor Ewigkeiten gepackt habe, die ich seitdem nicht mehr geöffnet habe. Diese Kiste – das Ergebnis einiger erfolgloser und erfolgreicher Monate wird nur eine weitere neben ihnen sein. Unter sichtlicher Anstrengung bugsiere ich den Karton in die Ecke. Ja das sollte gehen. Kurzfristig natürlich. Wie immer.

Irgendwie konnte ich nicht schreiben. Irgendwie wollte ich auch nicht schreiben. Weil da zu viel war. Zu viel, was ich die letzten Wochen verdrängt hatte. Viel zu viel womit ich nicht abgeschlossen hatte. Zu viel was ich am liebsten abgeschlossen hätte, aber nicht konnte. Aber weil ich es nicht mehr wollte, weil ich keine Lust mehr hatte, habe ich das getan was ich immer tue. Ich habe einen Karton genommen. Übereilt, hektisch, unvorsichtig habe ich alles in die Kiste geworfen. Alles was mich gestört hat. Alles was mich verwirrt hat, alles was mich vielleicht hätte glücklich machen können, wenn ich nur nicht in meiner Haut stecken würde. Alles was mir Angst und Sorgen bereitete. Ich habe alles in die Kiste gestopft, bis darin kein Platz mehr war. Dann habe ich den Karton in die Ecke gestellt – und verstauben lassen.  Es war halt gerade ein blöder Zeitpunkt um mit all dem umzugehen, sich mit alldem zu befassen. Aber später, dachte ich. Später hätte ich vielleicht Zeit diese Kiste wieder zu öffnen und jede einzelne Sachen zu Ende zu bringen.  Mich mit all dem nutzlosen Ramsch auseinanderzusetzen. Aber die Ecke blieb voll. So wie jedes Mal. Und jetzt sitze ich hier. Versuche irgendetwas zu Papier zu bringen und weiß genau, dass diese Ecke, die inzwischen komplett zugestellt und überfüllt ist wieder leer werden muss.

Ich schiebe Dinge viel zu gerne von mir weg. Ich packe Pakete und Kisten. Ich verschließe die Kiste sorgfältig und stelle sie in die Ecke. Und zwar so schnell, dass ich kaum Zeit hatte zu sehen was ich da überhaupt so schnell zu verstecken versuchte.

Gefühle. Ich verstecke Gefühle. Ich verstecke Gefühle – vor mir selbst. Freude, Hoffnung, Enttäuschung und Wut. Ich verstecke meine Gefühle, packe sie in eine Kiste und klebe zu. Aus. Fertig. Vorbei. Ich tue nichts aus Wut oder aus Enttäuschung. Gefühle landen meist sofort in einer Kiste in der Ecke – und da bleiben sie auch.

Und wenn die Gefühle verpackt und versteckt sind bleibt da nur noch die rationale, kühle Analyse. Eine berechnende Rationalität, die zunehmend misstrauischer wird. Eine Rationalität, die keine Fehler mehr erlaubt, die perfide genau abwägt, die nicht zulässt, dass ich nochmal einen Karton füllen muss. Dass das Paketband im Schrank bleiben kann.

Und dass das nicht gut ist, weiß ist. Aber so kommt man ganz gut zurecht – und voran.

 

H

asty – even though I have all the time in the world – I rip off a piece of tape, which I stick over the box. I doesn’t stick. Three glue stripes later the carton is tightly closed. Sighing I sit down, brushing a strand of hair out of my face that felt out of my ponytail. Although the carton is well-filled and heavy I can easily move it towards the corner, where the other boxes are. Boxes that I packed a long time ago and I didn’t open since then. This box – the result of unsuccessful and successful months is only another one besides the others. I move the box into the corner. This will work. Temporarily, of course. As always.

I could not write. And I didn’t want to write. Because there was to much.  Too much I tried to suppress. Too much of things I didn’t finish with. Too much of everything I would have loved to finalize, but couldn’t. And because I felt so sick of everything, I did what I always do. I took a carton. And hasty, frantic, carless I through everything into the box. Everything that bothered me. Everything that confused me, everything that maybe could have made me happy. Everything that caused fear and worries.  I stuffed the carton until it was full. Then I shoved the box into the corner – and that’s where it gathered dust. This specific moment was too inconvenient to handle all of it. But later, I thought. Later I would have the time to open the box and deal with everything, to finish everything. But the corner stayed crowded. As always. And now I’m sitting here. Trying to write anything down, but I know exactly that before the corner has to become empty.

I like to procrastinate. I pack boxes and cartons. I close boxes, way to accurate and I put them into my little corner. And all of this happens so fast, that I don’t even know what I am trying to hide.

Feelings. I hide feelings. I hide them from me. Joy, hope, disappointment, anger. I hide my feelings, I pack boyes and close them. Over. Out. Finished. I don’t act out of anger or disappointment. Feelings have to go in the box – and that’s where they stay.

And if the feelings are packed all that’s left is rational, cold analysis. A calculating rationality that gets more suspicious every time. A rationality which doesn’t allow any mistakes, which trades off perfidiously everything that could cause a new box, filled with chunk.

It’s not good. I know. But I get along alright – and I get forward alright.

15 Responses
  • Patty
    März 25, 2017

    Dein Look ist wirklich klasse ! Du hast eine tolle Figur :)

    Liebe Grüße
    Measlychocolate by Patty
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    • Alina
      März 26, 2017

      Vielen Dank, Patty!

  • Heidi
    März 26, 2017

    Liebe Alina,
    wow ich war total fasziniert von deinem wunderschönen Gesicht, diesen beneidenswerten langen Haaren und natürlich steht dir auch dieser Look bombastisch gut. Ich denke mit so einer Figur, kann man aber selbst nen Mehlsack gut aussehen lassen :)
    Ich kenn das Gefühl des Kiste packens, verstauen und verdrängens sehr gut, aber das ist auf Dauer nicht unbedingt gesund :)
    Irgendwann holt einen der scheiß wieder ein, leider.
    Hab nen schönen Sonntag!
    Liebste Grüße,
    Heidi von http://www.wilderminds.de

    • Alina
      März 26, 2017

      Liebe Heide,
      Danke für deinen lieben Kommentar, hat mich sehr gefreut <3
      Ich weiß was du meinst und stimme dir vollkommen zu, die meisten Dinge lassen sich nicht ewig aufschieben :)
      Ich wünsche dir auch einen schönen Sonntag :)

  • Jana
    März 26, 2017

    Richtig schönes Outfit! Die Farben sehen so toll aus und ich mag besonders deine Jacke sehr gerne :)

    Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche,
    Jana von bezauberndenana.de

  • Marcel
    März 27, 2017

    Ein wunderschönes Outfit und Klasse Fotos. Die Jacke steht dir einfach mega.
    Deinen Post fand ich wahnsinnig einfühlsam. Du schreibst ja selber das dies auf Dauer nicht gesund ist, seine Gefühle so zu verpacken. Und das kann ich nur bestätigen. Irgendwann kommt alles hoch. Aber ich verstehe das du die Gefühle so meisterst. Hier muss jeder den Weg finden, der für einen am besten ist.
    Alles Liebe
    Marcel
    http://www.marsilicious.com

  • Anna
    März 27, 2017

    Ein sehr schönes Outfit und der Text ist genauso schön geschrieben, auch wenn er nicht gerade glücklich klingt.
    Ich hoffe sehr für dich, dass du nicht noch eine Kiste packen musst.
    Viele liebe Grüße Anna :-)
    https://wwwannablogde.blogspot.de/

  • Selly
    März 27, 2017

    Ich mag solche alltäglichen Looks unheimlich gerne. :)
    Und du hast beneidenswert schöne Haare!

    Alles Liebe
    Selly
    von SellysSecrets || Instagram

  • Jimena
    März 28, 2017

    Richtig schöne Bilder und ein ganz tolles Outfit!

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

  • Lisa
    März 29, 2017

    Die Fotos sind klasse geworden! Ich mag dein Look total. :)
    Liebe Grüße Lisa♥
    lisaslovelyworld

  • Alina
    März 29, 2017

    Also erstmal hast du ja mal extrem schöne Haare!! Genug geschleimt – Deinen Text finde ich wahnsinnig gut geschrieben. Irgendwie konnte ich mich da sehr gut reinfühlen.(ok doch noch geschleimt.. :D )
    Man sollte sich nicht von seinen Gefühlen beherrschen lassen – sie jedoch auch nicht verdrängen. Alles leichter als gesagt. Auf Dauer muss man sich einfach mit seinen Baustellen konfrontieren um erfolgreich zu werden. Habe einen Blog angefangen, in dem es unter Anderem um solche Themen geht. Wie kann man sich persönlich weiterentwickeln, erfolgreich und glücklich werden? Ein mega komplexes Thema…

    Liebste Grüße,
    Alina von http://www.selfboost.de

  • Lea
    April 1, 2017

    Total toll geschriebener Text. Wichtig ist es den Mittelweg zu finden, zumindest es zu versuchen. Was hat man den vom Leben wenn man die ganze Zeit nur alles logisch bedenkt, einfach mal das Herz entscheiden lassen macht das Leben doch erst lebenswert.
    Liebe Grüße, Lea♥

    http://xxleasworldxx.blogspot.de/
    https://www.instagram.com/lea07h/

  • Julia
    April 10, 2017

    Der Text regt sehr zum Nachdenken an… wunderschön geschrieben! Und die Bilder gefallen mir, ich bin ein totaler Fan von weißem Schnee zu einem roten Outfit :)

    Liebe Grüße, Julia
    http://www.lightitup-blog.de

  • Camie B
    April 12, 2017

    Ich finde deine Art zu schreiben wundervoll und ich verstehe das sehr gut. Ich packe auch immer alle Gefühle in eine Kiste und mache sie so fest zu, dass auch keines entwischen kann. Ohne Gefühle sieht man alles klar und man kommt weiter. Allerdings macht einen diese Gefühlslosigkeit auch kalt. Das habe ich die letzten Jahre in Kauf genommen und nehme es jetzt meistens auch noch hin. Ich weiß, dass es falsch ist, aber ich fühle mich so so viel unbeschwerter…

    Liebe Grüße,
    Camie von http://callingcamie.blogspot.de/

  • Lajana
    Mai 31, 2017

    Wow du bist bildhübsch und dein Outfit ist so schön und deine Haare Aber eigentlich ist das nur Nebensache, wenn man sich deinen Text durchliest.
    Wunderschön geschrieben und es bringt mich wirklich zum Nachdenken, denn genauso geht es mir. Ich habe auch so einige große Kisten in der Ecke stehen und hoffe immer wieder, dass nicht wieder eine dazu kommt.
    Ein wirklich toller, berührender Post.

    Ich wünsche dir einen schönen Abend.
    Liebste Grüße
    Lajana – http://www.lalajana.com

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