15 ballet myths

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B

allett. Kleine Kinder in gleich aussehender Kleidung, mit streng nach hinten gekämmten Haare, die wie Maschinen aufs Tanzen getrimmt werden. Den ganzen Tag nur in rosa Tutus herumhüpfen. Magersüchtige, fast identisch aussehende Profitänzerinnen, die nicht mehr als einen halben Apfel am Tag essen, sich ihre Füße ruinieren bis sie nicht mehr laufen können und sich im Konkurrenzkampf gegenseitig Glasscherben in die Spitzenschuhe legen. Alle männlichen Tänzer, die tanzen, tanzen auch nur um ihre Homosexualität auszudrücken. Das denkt man doch über Ballett oder nicht?

 

1. Ballett ist total altmodisch

Ja, Ballett ist alt. Sehr alt. Aber bedeutet das, dass das Ballett sich deshalb nicht weiterentwickelt hat? Sicher nicht. Es gibt auch atemberaubende zeitgenössische und moderne Stücke. Auch wenn ich persönlich schon ein ziemlicher Fan des älteren Balletts á la Schwanensee und Giselle bin.

2. Ballett ist elitär und streng

Wenn man den Weg eines Berufstänzers anstrebt kann das durchaus der Fall sein und natürlich kommt das immer sehr auf die Tanzschule und deren Unterrichtsstil an. Doch in Kursen, die sich an Hobbytänzer richten, steht eigentlich eher der Spaß im Vordergrund. In meinen Ballettkursen kann ich anziehen was ich will, wir lachen viel und es würde wahrscheinlich auch niemanden stören, wenn ich meine Haare komplett offenließe (was ich aber aus praktischen Gründen nicht tue). In meiner Kindheit hatte ich aber teilweise schon strenge Lehrerinnen.

 

3. Ballett zerstört die Füße

Ich bin jetzt kein Arzt oder kenne mich mit den gesundheitlichen Aspekten des Spitzentanzes sonderlich gut aus, aber Ballett kann schon ziemlich auf die Füße gehen. Blasen und Blut sind also ein Stück weit normal, wenn man mit Spitzenschuhe tanzt. Ich persönlich habe mich daran jedoch ziemlich schnell gewöhnt. Wenn man jahrlang als profesionelle Ballerina tätig ist, ist es klar, dass das nochmals eine ganz andere Belastung für die Für darstellt. Aber aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich bisher keine Probleme mit meinen Füßen hatte, die durch Ballett verursacht wurden.

 

4. Ballerinas sind magersüchtig

Stellt euch mal eine Berufstänzerin vor, die bis zu acht Stunden täglich tanzt und an Anorexie leidet. Ich bin kein Experte, aber kann mir nicht vorstellen, dass ein derart unterernährter Körper die physische Belastung lang aushalten würde. Man hört öfter, dass Magersucht im Ballett ein Problem ist, das will ich auch gar nicht abstreiten. Das Idealbild einer Ballerina ist auch extrem schlank (was sich zu einem gewissen Teil sicherlich auch aus dem ständigen Training und den hohen körperlichen Ansprüchen ergibt). Begründet wird dieses schlanke Idealbild gerade durch den Paartanz, dem sogenannten Pas de deux. Da darf die Tänzerin auch aus praktischen Gründen nicht zu viel wiegen, da ihr Partner sonst Schwierigkeiten hätte sie hochzuheben.

 

5. Männer, die Ballett tanzen sind schwul

Nein. Einfach nein. Vielleicht liegt es daran, dass beim Ballett viel Wert auf Grazie und Eleganz gelegt wird und unsere Gesellschaft das nur mit Frauen und homosexuellen Männern in Verbindung bringt. Vielleicht liegt es auch an den Strumpfhosen, keine Ahnung. Jedem männlichen Balletttänzer bringe ich deshalb nicht nur Bewunderung für die unglaubliche Kraft und Präzision der Bewegungen entgegen, sondern auch für den Mut zum Ballett zu stehen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie ermüdend es sein muss immer und immer wieder erklären zu müssen, dass nicht alle Tänzer schwul sind.

Traurig ist auch, dass es gerade im Hobby-Ballett einen akuten Mangel an männlichen Tänzern gibt. Niemand will der sein, der einen „Mädchensport“ ausführt. Und alleine, dass Homosexualität in diesem Kontext als etwas angesehen wird, von dem man sich distanzieren muss oder will, ist traurig. Aber wohl leider auch bezeichnend für unsere Gesellschaft.

6.  Ballett ist ein Luxushobby

Keine Ahnung, wie dieses Vorurteil aufgekommen ist. Vielleicht weil klassische Musik schon immer mit Wohlstand und Reichtum in Verbindung assoziiert wurde und früher eher dem Adel vorbehalten war? An meiner Tanzschule beispielsweise kostet eine Stunde Ballett genauso viel wie Hip Hop oder Zumba.

 

7. Balletttänzer sind neidisch und stehen immer im Konkurrenzkampf

Bei Profitänzern hört das viel öfter als bei Hobbytänzern kann ich das allerdings nur teilweise bestätigen. Gerade als ich noch jünger war, hatte man immer den Anspruch an sich die Beste zu sein. Das wurde mir an einer Tanzschule sogar regelrecht eingebläut. Heute ist das ganz anders und definitiv nicht mehr der Fall.

 

8. Man muss immer auf seine Ernährung achten

Als Profitänzer: sicherlich. Aber nennt mir einen professionellen Sportler, der nicht auf seine Ernährung achten muss, um Bestleistungen abzuliefern.

Als Hobbytänzer: Nein. Ich bin ja wohl der lebende Beweis dafür.

 

9. Es ist langweilig

Ein Ballett erzählt eine Geschichte. Zwar ohne Worte, aber mit Musik, Bewegungen und Mimik. Keine Bewegung ist zufällig, alles hat seinen Sinn. Natürlich ist das Geschmackssache. Aber wenn man ein Ticket für Schwanensee kauft, könnte man das auch gut mit dem Anschauen einer Neuverfilmung eines bekannten Films vergleichen. Man weiß zwar in aller Regel wie es ausgeht und kennt die Handlung, trotzdem ist man gespannt auf die Schauspieler, die Details, die Kostüme, die Dialoge, die Kameraführung, die Hintergrundmusik etc. gespannt. So in etwa ist das beim Ballett auch.

 

10. Man kann nur als Kind anfangen

Das man nicht mit 20 mit dem Ballett anfangen sollte um eine Karriere als Primaballerina hinzulegen, sollte klar sein. Aber um Ballett als ein Hobby zu verfolgen ist es nie – wirklich nie – zu spät! Ich kenne Menschen die im Alter von 20, 40 oder 60 noch mit dem Ballett begonnen haben um sich einen Kindheitstraum zu erfüllen. Das ist also absolut möglich.

 

11. Jeder der Ballett tanzt ist professioneller Tänzer

Das finde ich persönlich immer etwas anstrengend. Wenn ich erwähne, dass ich Ballett tanze, wird immer schnell davon ausgegangen, dass ich eine absolut begnadete Tänzerin bin, die ohne Probleme in die Fußstampfen von Svetlana Zarkahrova, Misty Copeland oder Natalia Osipova treten könnte. Ich mache bei diesem Vorurteil auch niemandem einen Vorwurf, es gibt eben diese zwei vorherrschenden Bilder vom Ballett: Kinderballett und Profitänzer.

12. Es ist nur lächerliches, unanstrengendes Rumgehopse in Strumpfhosen

Ich glaube, wenn ihr bereits bis hierher gelesen habt, erübrigt sich dieser Punkt ;)

 

13. Man muss einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen

Neulich meinte eine Freundin, dass sie gar nicht gedacht hätte, dass ich Ballett tanzen könnte/dürfte, weil ich ja schon über eine andere Ober- und Hüftbreite verfüge als Profitänzer. Mal ganz abgesehen davon, dass ich meine nicht allzu üppige Oberweite jetzt nicht als balletthinderlich empfunden hätte, gibt es beim Hobbyballett kein Schönheitsideal dem man entsprechen müsste. Das Einzige, was ich aus gesundheitlicher Sicht etwas fragwürdig finde sind stark übergewichtige Tänzerinnen in Spitzenschuhen. Wenn ich sehe wie meine Füße nach dem Spitzentanz manchmal aussehen, kann ich mir gut vorstellen, dass das doppelte meines Gewichts nochmal ganz andere Probleme mit sich bringt.

Bei Berufstänzern ist das natürlich wieder anders. Da wäre ich definitiv zu schwer, hätte eine zu kurvige Figur, ich wäre wahrscheinlich aus etwas zu groß und von meinem Balletttalent wollen wir in dem Kontext mal lieber gar nicht anfangen :D

 

14. Ballettlehrerinnen sind alte, verbitterte Schachteln

Ja, es gibt sie. Die alten und verbitterten Ballettlehrerinnen, die ihrer Zeit über die Bühne schwebten und dann gezwungen durch ihr zunehmendes Alter selbst zu unterrichten begannen und genauso viel Perfektion und Hingabe von ihren Schülern erwarten, wie sie damals bereit waren zu geben. Jahrelang habe ich bei solchen Lehrerinnen gelernt, da flossen dann auch schon mal Tränen, wenn die Lehrerin mehr forderte, als man geben konnte.

Das ist aber keinesfalls die Regel. Meine jetzige Ballettlehrerin zum Beispiel ist jung, motiviert und dynamisch. Einfach eine lockere und lustige Person, die einen natürlich auf Fehler hinweist, aber uns immer auf Augenhöhe und eher als Freundin als Lehrerin begegnet. Sie liest übrigens sogar meinen Blog – und wahrscheinlich sogar diesen Artikel. <3

 

15. Man trägt immer Tutu und alles ist rosa

Man trägt zu normalen Übungsstunden normalerweise kein Tutu, höchstens mal zu Kostümproben oder Proben für Aufführungen. Manchmal trage ich ein Ballettrikot mit Rock, und manchmal eine normale Sportleggings mit Top. Aber ich bin auch schon in meiner ältesten Jogginghose zum Training gegangen. Das interessiert da wirklich herzlich wenig, und wenn ist es mir auch egal.

Auch Berufstänzer tragen zu den normalen Übungsstunden keine Tutus und auch definitiv nicht komplett und immer rosa.


 

Für diesen Post habe (und einige weitere, die in den nächsten Wochen und Monaten kommen werden) habe ich mit illango.com zusammengearbeitet. Nochmal ein riesiges Dankeschön an Julia, die mir ihre wundervollen Kleider für die Shootings zu Verfügung gestellt hat. Ihr könnte das Kleid, dass ich trage hier finden

Wie hat euch der Post gefallen? Welches Vorurteil hat euch besonders überrascht?


 

 

 

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B

allet. Children, all dressed the same with buns who have to dance no matter what. Almost identical looking professional dancers with eating disorders, who don’t eat more than an apple per day. Sacrificing their feet and health to a never-achievable perfection while competing with other members of the company. And of course, every male dancer is doing ballet to express his homosexuality. That’s what most people think of ballet, right?

 

1. Ballet is outdated, something old people watch

Yes, ballet is old. Very old. But does that mean that it didn’t change over time? Definitly not. There are breathtaking modern ballets. Even though I’m personally a big fan of traditional ballet á la swan lake and Giselle.

 

2. Ballet is eliitist, formal and strict.

If you’re trying to become a professional dancer that’s probably the case, but it depends a lot on the dance school. In courses that are directed to amateur dancers it’s definitly about having fun. In my ballet classes I can wear whatever I want, we laugh a lot and no one would care if I would wear my hair open (which I usually don’t do for practical reasons). But I have to add that I had pretty strict teachers in my childhood.

 

3. Ballet ruins your feet

I’m not a doctor or anything but ballet can be pretty tough on the feet. Blisters and blood is normal if you do pointe. But I myself got used to it pretty quickly. Dancing as a professional for ages will have an impact on your feet – that’s true. From my own experiences I can say that ballet didn’t change my feet and I never had any severe health issues.

 

4. Ballerinas are anorexic

Imagine a professional dancer, dancing eight hours a day and having an eating disorder. I’m not an expert, but I can’t imagine a ballet dancer could perform at its best when malnourished. I don’t want to say that eating disorders in ballet are not problem in ballet. The ideal image of a ballerina is rather slim, but not only for aesthetic reasons. When doing a pas de deux the male dancer has to lift and literally „throw“ the female dancer in the air.

 

5. Male dancers are gay.

No. Just no. Maybe it has something to do with grace and elegance that is associated with femininity in our society. Or maybe it’s the tights, I don’t know. I have so much respect for every male dancer who is not only able do perform incredible jumps and performances, but also has the bravery to do ballet. I can’t imagine how annoying it must be, to always explain that not every male dancer is gay.

It’s sad that in amateur-ballet there are way too many dancers. Because no one wants to be the one, who is doing a „girls sport“. It’s sad enough that homosexuality in this context is something most men are trying to distance themselves from.

 

6. Ballett is a luxurious hobby

I have no idea where this prejudice is coming from. Maybe it has something to do with classical music being associated to wealth and royalty in the past? At my dance school dance classes all cost the same. No matter if it’s ballet, hip hop or zumba.

 

7. Ballet dancers ar envious and there’s always rivalry

It’s something that is heart very often when talking about professional dancers, as an amateur dancer I can not completely agree with this topic. When I was younger you always wanted to be the best and that’s what ballet teachers told at any given occasion. Today this is not the case anymore.

 

8. You have to diet

As a professional dancer: probably. But tell my any athlete that doesn’t have to keep an eye on what they are eating to perform at their best.

As an amateur dancer: No. I’m living proof for that.

 

9. It’s boring

Every ballet ist telling a story. Without words – but with music, movements and facial expressions. No movement is coincidental and everything has a sense and purpose. Of course it’s a question of taste. But if you buy tickets for swan lake you could compare that to buying a ticket to a remake of a famous movie. Even tough you know the ending it’s still interesting to see which actors were chosen, the costumes, the dialogs, the camera, music, etc.

 

10. You can only start as a child

Starting ballet at the age of 20 and expecting a carrier as a world-famous ballerina is pretty unlikely. But for doing ballet as a hobby you can really start at any age. It’s never to late for that. I know people who started ballet when they were 20, 40 or 60 and made their childhood dream come true.

 

11. Everyone who does ballet is a professional

That’s personally what I think is pretty annoying. When I mention that I do ballet, some people like to assume that I’m an outstanding dancer following the lead of Svetlana Zarkahrova, Misty Copeland or Natalia Osipova. I don’t want to mad because of that because in our society there are two images of ballet: children ballet and professional ballet. But that’s not it.

 

12. It is just hopping around in tights

Do I even have anything to say about that? ;)

 

13. You have to fit a specific beauty ideal

Just recently a friend of mine mentioned that she was surprised I’d do ballet because my bust and hips would differ from the professional ballerinas you usually see on stage. First of all I never thought of my body as ballet-obstructive but in amateur ballet there is not beauty standard you have to fit.

If you’re doing ballet as a professional it’s a lot different. There I would have a hard time dancing because my figure would be too curvy, I’d probably be to tall – not to speak of my talent.

 

14. Ballet teachers are old and bitter

Yes, they exist. Old, bitter ballet teachers who where dancers in their youth and were forced to give up dancing on stage when they aged. Now they are teaching, demanding the same perfection and dedication, they were ready to give. I had teachers like that for ages and sometimes there were tears, when the teacher was demanding more – than the children could give.

But this is definitly not Happening to me today. My ballet teacher is young, motivated and dynamic. Sie is a fun person, wo is of course telling us what we have to do to get better, but she would never treat us rude or without respect. She is more a friend that a teacher. Oh, and she is reading alinacorona.de so there is a pretty high chance that she is reading this article. <3

 

15. Everything is pink and you always wear tutus

For normal class we actually never wear a tutu – only for stage rehearsals. For class I normally wear a leotard with a ballet skrit or tights with a simple top. But I’ve been to training in my oldest sweatpants and honestly no one cares about that. Same goes for professional dancers.

 


 

For this article (and for two upcoming posts) I was working with illango.com. Huge thanks to Julia, who is the genius designer behind the amazing dresses for giving the dresses to me, so this shooting was possible. You can find the dress I’m wearing here.

Did you like this post? Which ballet myth did surprise you most?


 

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6 Responses
  • Tamara
    November 20, 2017

    Ich find den Artikel toll! Meine beste Freundin tanzt selbst sehr sehr viel, unter anderem auch Ballett, somit wusste ich schon ziemlich viel! Ich finds trotzdem gut, dass du alles zusammengeschrieben hast!

    Liebe Grüße,
    Tamara | brunettemanners.at

    • Alina
      November 26, 2017

      Danke für deinen lieben Kommentar, Tamara! <3

  • Gloria Andre
    November 21, 2017

    It was useful

    • Alina
      November 25, 2017

      Glad to hear! :)

  • Sonja
    November 22, 2017

    Toller Beitrag mit wunderschönen Bildern!
    Ich bewundere Ballerinas für ihre grazile Figuren. Jedes Mal wenn ich eine Ballett-Vorführung besuche bin ich überwältigt.
    Hab einen schönen Abend :)

    Liebe Grüße
    Sonja – The Cozy Life
    https://the-cozy-life.blogspot.de

    • Alina
      November 25, 2017

      Vielen, lieben Dank Sonja! <3

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